Kohlenmonoxid-Austritt

Kohlenmonoxid-Austritt

Datum: 7. März 2020 
Alarmzeit: 8:32 Uhr 
Alarmierungsart: Funkmeldempfänger (kleine Gruppe) 
Dauer: 2 Stunden 28 Minuten 
Art: Gefahrgut  > G1  
Einsatzort: Friesau 
Fahrzeuge: HLF 20 , ELW  
Weitere Kräfte: FFW Ebersdorf , FFW Friesau , Notarzt , Polizei , Rettungsdienst , Schornsteinfeger  


Einsatzbericht:

Falsches Alarmstichwort führt zur verzögerten Alarmierung der Feuerwehren


Am Samstag gegen 8:00 Uhr wurde der Notarzt und Rettungsdienst zu einer bewusstlosen Person in einem Wohnhaus in Friesau alarmiert. Die Rettungssanitäter, die mit Eingasmessgeräten ausgestattet sind, stellten vor Ort eine erhöhte Kohlenmonoxidkonzentration fest und forderten die Feuerwehr zur Unterstützung nach.

Die Leitstelle Saalfeld alarmierte zunächst zu einem Hilfeleistungseinsatz der Stufe 1, was zur Folge hatte, dass nur die Feuerwehr Friesau gegen 8:20 Uhr zum Einsatz kam. Diese verfügt aber über keine Sonderausrüstung für solche Einsätze.

Weitere 10 Minuten später wurde durch den Kreisbrandmeister die Stützpunktfeuerwehr Bad Lobenstein nachgefordert, die über Sonderausrüstung wie Messgeräte, Atemschutzgeräte und Hochleistungslüfter verfügt.

Beim Eintreffen der Feuerwehren waren bereits alle 4 Hausbewohner in Sicherheit gebracht und durch den Rettungsdienst versorgt. Ein Trupp aus Bad Lobenstein baute vorsorglich eine C-Schlauchleitung auf, da nicht auszuschließen war, dass es im Heizungskeller zu einem Schwelbrand kam. Anschließend ging dieser unter Atemschutz ins Wohnhaus, um Messungen durchzuführen.

Diese betrugen teilweise über 1300 ppm Kohlenmonoxid. Ab 1600 ppm kann Kohlenmonoxid innerhalb 1 Stunde zum Tod führen. Desweiteren wurde die Heizung über den Notaus abgeschalten, um einen weiteren Austritt von CO zu verhindern.

Durch den Zugführer aus Bad Lobenstein wurde vorsorglich die Feuerwehr Ebersdorf mit Atemschutzgeräteträgern nachgefordert.

Weitere Einsatzkräfte brachten unterdessen zwei Hochleistungslüfter in Stellung, um das Gebäude zu belüften.

Nachdem das Wohnhaus frei von Kohlenmonoxid war, wurde durch den Schornsteinfeger das Abgasrohr begutachtet. Dieses war erheblich zugesetzt, was dazu führte das die Abgase nicht durch den Schornstein frei abziehen konnten.

Richtigerweise hätte ein Kohlenmonoxid-Austritt als Gefahrguteinsatz eingestuft werden müssen, somit würden alle Kräfte und Mittel wie zum Beispiel: Gerätewagen Gefahrgut, Gerätewagen-Mess und CBRN-Erkunder für solche Einsätze rechtzeitig und ohne Zeitverzögerung alarmiert werden.

Alle 4 Hausbewohner wurden mit einer Kohlenmonoxidvergiftung zunächst im Krankenhaus Schleiz erstversorgt. Im weiteren Anschluss wurden 3 Personen in ein geeignetes Klinikum nach Leipzig verlegt und in einer Druckkammer behandelt.

Hinweis: Die Feuerwehr Bad Lobenstein empfiehlt allen Besitzern von Holz-, Öl-, Kohle-, oder Gasheizungsanlagen zur eigenen Sicherheit einen Kohlenmonoxidwarner in der Nähe der Feuerstätte und gegebenenfalls einen Gaswarner im Haus zu installieren. Dieser rettet im Ernstfall Leben, denn Kohlenmonoxid kann über die Sinnesorgane nicht wahrgenommen werden.

Die Feuerwehr Bad Lobenstein bedankt sich bei allen eingesetzten Kräften für die sehr gute Zusammenarbeit.