Ausbildung Eisrettung

Kalte Temperaturen, gefrorenes Eis….Also gings mit unseren Kameraden aus Ebersdorf heute ins Waldbad von Bad Lobenstein zur Ausbildung – Eisrettung.
Gelungene Aktion.
Eine Dankeschön gilt an unsere Ausbilder Denny Franz und Christian Spindler.

Bericht aus der OTZ:

Freiwillige Feuerwehr Bad Lobenstein trainiert Rettung im Eis eingebrochener Menschen

Die Bad Lobensteiner Feuerwehr hat jüngst eine Übung zur Eisrettung im Bad Lobensteiner Waldbad abgehalten. Gut 40 Feuerwehrmänner der Wehren aus Bad Lobenstein und Ebersdorf nahmen an der Übung teil.

Bad Lobenstein. „Es war die erste Übung dieser Art seit sieben oder acht Jahren“, sagt Wehrleiter Denny Franz.

„Und gerade jetzt herrscht eine besondere Gefahr, weil viel Schnee auf den Eisflächen liegt“, betont er . Unter dem Schnee träten mitunter nur geringe Frostgrade oder gar leichte Plusgrade auf, sodass es keine tragfähige Eisschicht gebe. Das hätten die Feuerwehrleute am eigenen Leibe bei der Übung erfahren. Mit dem ganzen Körper eingebrochen sei zwar keiner aber so mancher habe sich nasse Stiefel in dem eisigen Wasser am schneebedeckten Rand des Schwimmbeckens geholt. In der Mitte des Beckens, wo eine tragende Eisschicht entstanden sei, hatten die Feuerwehrleute ein Loch in die Eisdecke mittels Kettensägen gesägt. „Wir haben vorher das Schmieröl aus den Sägen abzulassen, damit das Wasser nicht verschmutzt wird“, ergänzt Franz.

Große Anstrengungen beim Vorankommen

Eine 75 Kilogramm schwere Übungspuppe habe als Rettungsopfer gedient und musste von den Übenden aus dem Wasser gezogen werden. „Wir haben getestet, wie wir am schnellsten sicher zu einem Verunfallten gelangen können.“ Sich auf Steckleitern liegend, in einer Vorwärtsbewegung ähnlich des Skilanglaufs Meter um Meter vorzuarbeiten, sei am effizientesten gewesen. „Diese Art der Fortbewegung kostet gewaltig Kraft und im Liegen jemanden aus dem Wasser zu ziehen ist mit größten Anstrengungen verbunden.“ Das im Ernstfall aber eine Rettung ohne große Verzögerungen gelingt, dafür sei nun Sorge getragen worden.

Ein Problem bei der Rettung Eingebrochener bleibt jedoch: der Faktor Zeit. „Wir müssen innerhalb von zehn Minuten an jedem Einsatzpunkt sein. Aber, selbst wenn ein gut konstituierter Mensch durch das Eis ins Wasser bricht, hat er nur zwischen 15 und 17 Minuten Zeit, bis er ertrinkt“, sagt Franz. Die Rettung muss also so schnell wie möglich erfolgen. Deshalb sei umsichtiges Handeln für Helfer umso wichtiger. „Als erstes muss die 112 gewählt werden.“ Einem Eingebrochenen zu Hilfe zu eilen, ohne vorher die Rettungskräfte zu informieren, könne tödliche Folgen für den Eingebrochenen und Retter haben. Erst nach dem Absetzen des Notrufes könnten Helfer sich Gedanken machen, dem Eingebrochenen zu helfen.

Am besten sei, irgendeinen längeren Gegenstand dem Eingebrochenen zu reichen. Sei es nun ein Brett, eine Dachrinne oder die eigene Kleidung, der man sich zur Rettung entledigt.

Auch der Eingebrochene könne sich selbst helfen. „Das Eis hat nur einen sehr geringen Höhenunterschied zur Wasseroberfläche. Mit Schwimmbewegungen oder dem Abstoßen an einer Eiskante zur gegenüberliegenden, kann man sich mitunter selbst aus dem Wasser retten“, sagt Franz. Allerdings sollten diese Rettungsversuche so schnell wie möglich erfolgen. „Nach spätestens zehn Minuten haben Eingebrochene keine Kraft mehr, sich irgendwo festzuhalten. Und schon nach etwa drei Minuten werden die Finger im Wasser durch die Kälte taub.“ Nähern sollte man sich als Helfer einer eingebrochenen Person auf dem Eis nur im Liegen, damit das eigene Gewicht auf eine möglichst große Fläche verteilt wird.

Gefahr für Herz und Lunge

Ist ein Eingebrochener gerettet, gilt es, behutsam mit ihm umzugehen. „Der Mensch muss flach hingelegt werden, damit Arme und Beine wieder durchblutet werden.“ Das Blut ziehe sich nämlich bei Unterkühlung ins Innere des Körpers zurück, um die lebenswichtigen Organe zu versorgen. Daher sollte die Kleidung des Geretteten auch nicht anders als mit einer Schere entfernt werden. „Wenn man versucht, jemand stark unterkühlten auszuziehen, kann durch die Muskelkontraktion das kalte Blut ins Herz schießen und Herzrhythmusstörungen verursachen. Eine ärztliche Behandlung ist für Eingebrochene unbedingt notwendig. Es sei denn, es waren wirklich nur ein paar kurze Augenblicke im Wasser. Ansonsten gelte Vorsicht statt Nachsicht. Es könne nie ausgeschlossen werden, dass Eingebrochene Wasser in die Lunge bekommen haben. „Dadurch kann es zu einem Lungenödem kommen“, warnt Franz.

Oliver Nowak 27.01.17 / OTZ

Impressionen:

 

 

 

 

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